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Wer etwas auf sich hielt und es sich leisten konnte trug einen Anzug. Daran hat sich eigentlich bis heute nicht viel geändert und auch wenn die Anzugweste ein wenig aus der Mode gekommen ist gibt es sie noch in verschiedenen Variationen. Sie war im Regelfall an der Taille endend und genau angepasst, also Maßgefertigt.

Oft bestand sie aus dem gleichen Stoff der auch für den Anzug verwendet wurde aber wer es sich leisten konnte bevorzugte sie aus Leder. Dabei waren die Rückenteile oft trotzdem aus Stoff. Das hatte 2 Gründe: zum Einen sorgte der Stoff am Rücken für mehr Beweglichkeit und zum Zweiten war Leder sehr teuer in der Herstellung. Man konnte also mit einer Weste bei der nur die vorderen Teile aus Leder waren den Anschein von mehr Reichtum erwecken – frei nach dem Motto mehr Schein als Sein. Sie waren im oberen Bereich meist schräg ausgeschnitten und hatten Knöpfe die auch normalerweise geschlossen wurden. Es kam aber irgendwann die Mode auf den untersten Knopf offen zu lassen was auf König Eduard VII von England zurückging. Angeblich sollte er dieses wegen seiner Leibesfülle getan haben und seine Untertanen kopierten ihn einfach.

Diese Art der Weste hatte normalerweise 2 Taschen an der Vorderseite. In einer Tasche wurde üblicherweise eine Taschenuhr mit sich getragen deren anderes Ende der üblicherweise vorhandenen Kette in einem der Knopflöcher befestigt wurde um sie gegen ein Verlieren zu sichern. Durch Greta Garbo, die Filmdiva der 20er und 30er Jahre, wurden diese Westen auch für Frauen modern. Sie trug vorzugsweise Hosenanzüge im Herrenstil mit den dazugehörenden Westen.