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Tänzer in LederwesteAn dieser Stelle können nicht alle Arten von Leder angesprochen und beschrieben werden da es davon einfach zu viele gibt aber die Häufigsten wollen wir kurz anreißen:

Spaltleder

Spaltleder wird, wie der Name schon sagt, durch das Spalten von Rinderhäuten die zum Teil bis 12 mm dick sein können, hergestellt. Das hat 3 Gründe: zum Einen wird das Leder so auf eine gleichmäßige Dicke gebracht und lässt sich entsprechend besser verarbeiten. Der 2. Grund ist das eine Haut dieser Dicke sehr steif und relativ wenig formbar und somit auch nicht sehr angenehm zu tragen wäre und der 3. Grund schlussendlich ist das man so aus einer Haut mehrere Schichten Leder gewinnen kann. Diese haben jedoch eine recht unterschiedliche Qualität. Die Beste Schicht ist die Außenschicht welche die höchste Festigkeit aufweist, die am wenigsten qualitätvolle ist die innere Schicht. Die oberen Schichten werden oft für hochwertige Motorradbekleidung, unter Anderem die sogenannten Biker Westen, im Szenejargon auch Kutten genannt, verwendet.

Nubuk Leder

Nubuk Leder bezeichnet eine Art der Bearbeitung des Leders was ihm eine bestimmte Optik verleiht. Das Leder wird auf der Oberseite, also der Seite auf der vorher das Fell war, etwas angeschliffen. Das gibt dem Leder ein wenig das Aussehen von Samt. Für Nubukleder werden meist relativ hochwertige Kalbs- oder Rinderhäute verwendet. Es gibt aber auch etwas robusteres Nubuk aus den Häuten von Wasserbüffeln. Aus Nubukleder werden oft Designerwesten hergestellt.

Wildleder

Als Wildleder bezeichnet man das Leder welches aus den Häuten wild lebendender Tiere wie z.B. Hirsche oder Antilope oder ähnlichen Tieren hergestellt wird. Oft wird Rinderspaltleder aus den unteren Schichten welches eine angerauhte Oberfläche hat als Wildleder bezeichnet. Allerdings muss echtes Wildleder, je nach Art der Bearbeitung, nicht zwangsläufig eine raue Oberfläche haben. Es findet oft für hochwertige Westen im Westernstil Verwendung.

Kunstleder

Kunstleder ist, wie der Name schon sagt, kein echtes Leder. Es wird künstlich hergestellt und erhält eine Lederoptik. In manchen Fällen ist es nur schwer von echtem Leder zu unterscheiden aber ihm fehlt im Normalfall dessen Haltbarkeit und Belastbarkeit. Ist eine Naht bei einem aus Kunstleder hergestellten Kleidungsstück einmal eingerissen reißt es weiter und ist nur schwer zu reparieren, ganz im Gegensatz zu Leder. Ein Vorteil ist die Unempfindlichkeit gegen Wasser, ein weiterer Vorteil die im Vergleich zu Leder sehr billige Herstellung.

Andere Lederarten

Weitere Lederarten die bei Westen Verwendung finden sind unter Anderem Krokodilleder. Das wird vor Allem von sehr jungen Krokodilen genommen da bei älteren die Schuppen bereits zu fest sind und sich schlecht verarbeiten lassen. Seltener findet Schweinsleder Verwendung da es zu den nicht so hochwertigen Lederarten zählt und nur selten im Bereich Oberbekleidung genutzt wird.

Aus Ziegenleder, man nennt es Chevreau, werden sehr hochwertige Westen hergestellt genauso wie gelegentlich noch aus Pferdeleder, Cordovan genannt. Letzteres wird aber immer seltener.
Schafsleder, bei dem dann vorzugsweise das Fell noch an der Haut war und ist, findet ebenfalls gelegentlich für einige Westen Verwendung. In diesen Fällen wird im Regelfall das Fell nach innen gedreht so dass die Rauhlederoberfläche nach außen zeigt.

Zu guter Letzt sollte noch die Rohhaut Erwähnung finden welche gelegentlich für aufwendige Verzierungen genommen wird. Es ist eine bearbeitete aber ungegerbte Haut die relativ steif ist und vor der Verarbeitung erst angeweicht werden muss.

Bild: © dancerP – Fotolia.com