Das Gerben
Das Gerben ist notwendig um die Häute haltbar zu machen und ihnen eine gewissen Beweglichkeit zu verleihen. Eine normale Tierhaut ist, wenn sie nur getrocknet wird, kaum zu verarbeiten da sie sehr steif wird und außerdem besteht das Risiko das sie häufigerem Kontakt mit Wasser anfängt zu faulen. Sie wäre so als Kleidungsstück eher ungeeignet.
Der Gerbvorgang stark vereinfacht dargestellt
Für das Gerben wird im Normalfall erst einmal die Haut von allen Fleischresten befreit. Für Glatt oder Spaltleder werden auch die Haare, also das Fell entfernt. Danach wird der Gerbstoff, meist in mehreren Durchgängen, in die Haut eingebracht bis sie vollständig davon durchdrungen ist. Bei einigen Gerbmethoden bedarf es einer gewissen „Reifezeit“ und sie können bis zu 12 Monate dauern. Heutige Gerbmethoden sind aber meist deutlich schneller. Wenn der entsprechende Gerbstoff mit der Haut reagiert hat wird der überflüssige Rest ausgewalkt oder gewaschen und das Leder dann durch walzen auf die gewünschte Stärke gebracht. Im Anschluss wird es getrocknet.
Gerbstoffe
Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten Leder zu gerben. In früheren Zeiten war die Lohgerbung üblich für die Pflanzenteile, zumeist Rinde, verwendet wurden. Vor Allem Eichen- und Kastanienrinde wurde verwendet. Außerdem noch Galläpfel, die eigentlich nichts anderes sind wie kleine Wucherungen an Eichenbäumen verursacht durch die Raupen der Schlupfwespen.
Weitere Gerbstoffe sind Mineralsalze, allen voran das Chromsalz aber auch Aluminium- oder Eisensalze finden Verwendung. Für diese Art muss das Leder aber vorbehandelt werden. Dies geschieht meist mit einer Säure wie z.B. der Ameisen- oder Schwefelsäure.
Ebenfalls zum Gerben verwendet werden bestimmte Fette, meist Tranöle.
Auch viele synthetisch hergestellte Gerbstoffe finden inzwischen Verwendung.
Lederfarben
Es gibt relativ viele Lederfarben und man kann Leder in fast jeder möglichen Farbe sehen. In früheren Zeiten wurden meist Farben die aus Pflanzen gewonnen wurden, wie z.B. Saflor (Färberdistel, gelb) oder Färberwaid (Deutscher Indigo, blau).
Später wurden die Farben künstlich hergestellt und bis vor einiger Zeit wurden unter Anderen auch mit Anilin kombinierte Farbstoffe verwendet weil sie die Lederstruktur nicht verdeckten. Diese sind allerdings inzwischen vom Markt genommen wurden das sich das Anilin als krebserregendes Kontaktgift entpuppte.
Färbmethoden
Die Farbe wird meist in das komplette Leder eingearbeitet und das Leder wird durchgefärbt, so dass die Unterseite die Gleiche Farbe hat wie die Oberseite. Meist bleibt dabei die Lederoptik klar erhalten und gut sichtbar.
Färbungen die nur oberflächlich aufgebracht werden verleihen dem Leder gern etwas Künstliches. Außerdem wird damit oft minderwertiges Leder kaschiert weil man bei dieser Art der Färbung Narben oder Fehler nicht so sieht.
